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08.02.2010
BSG Bremerhaven - TuS Red Devils Bramsche

Ende gut – (nicht) alles gut

Die BSG Jungs hatten Motivation genug, dem Tabellenführer Bramsche ein Bein stellen zu wollen. Die völlig unnötige Pleite gegen Westerstede war auszugleichen und die blau-weiße Seele der Seestädter brauchte nach der Niederlage des großen Bruders „Eisbären“ vom Vorabend dringend Balsam.
Wirklich berauschend begann die Mission nicht. In den ersten sechs Minuten Nettospielzeit gelang kaum etwas herausgespieltes, lediglich zwei Dreier durch Philipp Schwethelm und Mark Grube und zwei Zweipunktewürfe standen für die Gastgeber zu Buche. Bis zum Ende des ersten Viertels wechselte ständig die Führung. Viele Fehlwürfe und zögerliche Rebounds ließen lediglich einen 20:21 Rückstand zu.

Die zweite Periode fing nicht wirklich gut an. Offensivrebounds fanden nicht statt, schnell lagen die Bremerhavener 22:28 hinten. Als spielerischer Höhepunkt musste gesehen werden, als Philipp Schwethelm Mark Grube in Szene setzte, der mit seinen Körben wenigstens den 24:28 Anschluss herstellte. Zum Glück für die Gastgeber verwarfen in diesen Minuten die Bramscher einige Freiwürfe. Diesem Beispiel folgten die etablierten BSG-Weitwurfschützen und fanden ihrerseits das Ziel von jenseits der Dreierlinie nicht.
Da Mitte des zweiten Viertels auch sonst nichts gelang in den blau-weißen Reihen, ließ der 29:40 Rückstand die lebhaft mitgehenden Zuschauer nichts Gutes ahnen. Die Akteure auf dem Platz bewiesen nichtsdestotrotz Kampfgeist, stellten bis zur Halbzeitpause einen alles offen lassenden Zwischenstand von 38:40 her.

Zwar gingen die Gastgeber sogar 42:40 in Führung, allerdings war die genauso schnell verronnen wie gewonnen, denn die Verteidigung fand gegen gute Bramscher Distanzschützen überhaupt kein Gegenmittel. Gutem Reboundverhalten in der Defense stand Zögerlichkeit unterm gegnerischen Korb entgegen und so musste wieder eine Kombination Schwethelm-Grube her - plus ein Dreipunktewurf von Ceyhan Pfeil, um wenigstens mit 56:58 den Kontakt zu halten. Zumindest für Sekunden. Schon im Gegenzug traf Bramsche aus der Distanz. Bill Akeem Borekambi sorgte kurz vorm abschließenden Viertel mit zwei Punkten und Freiwurf für ein 59:61. Nichts war unmöglich …

Beide Teams zeigten nun Unsicherheiten, trafen nicht, leisteten sich Schrittfehler. In diesem Hin und Her lagen die Gäste erst mal 59:63 vorne, hatten jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht – und der heißt in der Elmloher Halle zweifelsfrei Mark Grube. Er hielt mit einer Zweier/Dreier Kombination Anschluss, vollstreckte nach erneutem Schwethelm Anspiel und überließ es dann Bill Akeem Borekambi die 69:68 Führung zu erzielen.
Endgültig Rückenwind bekamen die Jungs von der See, als Philipp Schwethelm die Chance hatte, mit Freiwürfen sein Team im Spiel zu belassen. Der Schiedsrichter indes schickte ihn wegen einer Fingerverletzung vom Feld. Ceyhan Pfeil musste einen unverhofften Kaltstart von der Bank hinlegen, verwandelte einen Freiwurf und legte einen Dreier nach: 73:71. Mark Grube tat ihm Letzteres gleich und das 76:71 ließ nun endgültig das gute Ende eines durchwachsenen Spiels erhoffen.
Der Tabellenführer wehrte sich, kam auf zwei Punkte heran, musste in den Schlussminuten dann letztlich zusehen, wie Anthony Canty und Philip Schwethelm im richtigen Moment aus der Distanz trafen und damit den Weg zu einem fast sicher klingenden 86:79 Sieg ebneten. Ende gut – alles gut?

„Eigentlich haben wir nur in den letzten 15 Minuten richtig gut zusammengespielt. Dann haben wir vor allen Dingen gut verteidigt.
Bramsche blieb nur durch schwierige Dreipunktewürfe vom US Amerikaner Hamilton im Spiel, der insgesamt 8 Dreier traf. Das Spiel fand auf einem recht guten Niveau statt. Dies war kein normales 2.Regionalligaspiel“, fasst BSG-Coach Hamed Attarbashi zusammen.

Philip Schwethelm, der ansonsten in der BBL für die Eisbären auf Korbjagd geht, sah seinen Ausflug in die zweite Regionalliga als „andere Erfahrung“. „Einige der Jungs kenne ich ja aus dem Training“, berichtete er, „die Profiliga ist zwar ein nicht vergleichbares Niveau, aber ich habe heute eine ganz andere Rolle gespielt, versucht, den jungen Spielern Erfahrung zu vermitteln. Es hat Spass gemacht!“

Statistik: Bill Akeem Borekambi (17), Anthony Canty (5), Dwayne Day (4), Mark Grube (24), Dustin Hohnholtz (4), Andreas Joachim, Ceyhan Pfeil (10), Krists Plendiskis, Philipp Schwethelm (22), Torben Wendt






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